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Historie:
Die Gattung Pterinochilus wurde 1897 von Reginald Innes POCOCK anhand eines Männchens von P. vorax aufgestellt. Der Fundort des Holotyps war Fwambo (am See Tanganyika) im westlichen Teil von Tanzania. In der Arbeit von R. I. POCOCK wurde zudem noch P. murinus anhand eines semiadulten Männchens beschrieben. Bereits 1878, 19 Jahre vor R. I. POCOCK, beschrieb Ferdinand Anton Franz KARSCH (*1853 - 1936) Harpactira elevata welche später Richard C. GALLON, 2002 als ein Senior Synonym von P. murinus erkannte. R. LAURENT synonymisierte 1946 die Gattung Pterinochilides STRAND, 1920 mit Pterinochilus POCOCK, 1897.
Die wichtigste neuzeitliche Arbeit an dieser Gattung stellt neben dem Buch "Baboon Spiders" von Andrew M. SMITH, die Revision von 2002 der Gattungen Pterinochilus und Eucratoscelus von R. C. GALLON dar. Von ehemals 22 Arten blieben lediglich sechs Arten nach dieser Revision übrig. Ebenfalls im Jahr 2002 beschrieb Günter SCHMIDT P. leetzi, so dass die Gattung Pterinochilus momentan aus einer übersichtlichen Anzahl von lediglich sieben Arten besteht.
Das Hauptverbreitungsgebiet der Gattung erstreckt sich über Mittel- und Ostafrika.

 

 

Schlüsselmerkmale der Gattung:

  • Fovea transversal oder leicht prokurv
  • retrolaterale Scopula auf den Chelizeren vorhanden (s. P. chordatus )
  • prolaterale Scopula auf den Chelizeren fehlt (s. P. lugardi )
  • Chelizeren mit zahlreichen, langen, hervortretenden Haaren
  • kleine bis grosse Harpactirinae (Weibchen: ~20-60mm, Männchen: ~20-50mm)
  • Endsegment der hinteren Spinnwarzen fingerförmig (Fig. 108 )
  • Scopula der Tarsen ungeteilt (s. P. chordatus )
  • Scopula an Metatarsus an Beinpaar I, II und III ungeteilt (s. P. chordatus )
  • Scopula an Metatarsus Beinpaar IV durch versteifte Setae geteilt (s. P. chordatus )
  • Zweigeteilte Spermathek

 

 

Arten:

Pterinochilus alluaudi BERLAND, 1914
   
Verbreitungsgebiet von P. alluaudi BERLAND, 1914 Verbreitung: Kenia
Färbung: gleichmäßig hellbraun mit hellen Gelenkringen. Carapax mit goldenen Radiallinien. Abdomen mit undeutlichem Muster.
Fovea: transversal
Spermathek: unbekannt
Bulbus: mit eindeutig dreieckigem Querschnitt und drei Kielen (Figs. 97 , 98 ).
Körperlänge: Männchen 28mm, Weibchen unbekannt

 

 

Pterinochilus chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
   
Verbreitungsgebiet von P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873) Verbreitung: Äthiopien, Kenia, Somalia, Sudan, Tansania und Uganda
Färbung: Beine und Taster beige, grau oder schwarz mit hellgelben Gelenkringen. Carapax beige, grau oder schwarz mit goldenen Radiallinien (Radiallinien zuweilen dünn bis fehlend). Dunkle "Maske" um den Augenhügel. Dorsum des Abdomens grau oder schwarz mit Grätenmuster. (bei der DCF schwierig zu erkennen) - allgemeine Färbung kann stark, abhängig der jeweiligen Farbvariante, variieren.
Fovea: transversal
Spermathek: leicht mittig verengt, ohne apikalen Lobus. gewöhnlich leicht nach aussen zeigend (Figs. 105 , 106 , 107 ).
Bulbus: birnenförmig mit dick, gebogenem, zugespitzten Embolus mit gebeugter Spitze. Entlang des Embolus sind keine Kiele vorhanden (Figs. 100 , 101 , 102 , 103 ).
Körperlänge: Männchen ~30mm, Weibchen ~50mm

 

 

Pterinochilus leetzi SCHMIDT, 2002
   
Verbreitungsgebiet von P. leetzi SCHMIDT, 2002 Verbreitung: Sambia und möglicherweise Kenia
Färbung: Beine und Taster grau/schwarz mit hellgelben Gelenkringen. Carapax beige/gold mit dunklen Radiallinien. Dorsum des Abdomens grau mit abgeschwächtem Grätenmuster.
Fovea: transversal
Spermathek: apikale Abschnitte nach innen gebogen, ohne apikalen Lobus.
Bulbus: unbekannt
Körperlänge: Männchen unbekannt, Weibchen ~55mm

 

 

Pterinochilus lugardi POCOCK, 1900
   
Verbreitungsgebiet von P. lugardi POCOCK, 1900 Verbreitung: Botswana, Namibia, Südafrika, Tansania, Sambia und Simbabwe
Färbung: Beine und Taster beige/grau mit hellgelben Gelenkringen. Carapax hellgrau mit goldenen Radiallinen, diese jedoch oft fehlend oder sehr dünn. Dorsum des Abdomens hellgrau mit dunklem Grätenmuster. Sternum dunkelgrau bis schwarz.
Fovea: transversal
Spermathek: mit runden/oval apikalen Lobus (Figs. 117 , 118 , 119 , 120 ).
Bulbus: birnenförmig mit feinem gleichmäßig gebogenem, zugespitzten Embolus. (einige Exemplare mit birnenförmiger Anschwellung zwischen Embolus und Tegulum) Entlang des Embolus sind keine Kiele vorhanden (Figs. 111 , 112 , 113 , 114 ).
Körperlänge: Männchen ~30mm, Weibchen ~40mm

 

Pterinochilus murinus POCOCK, 1897
   
Verbreitungsgebiet von P. murinus POCOCK, 1897 Verbreitung: Angola, Burundi, Tansania, Dem. Rep. Kongo (ehemals Zaire), Kenia, Mosambik, Südafrika, Sambia und Simbabwe
Färbung: Beine, Taster und Abdomen orange, beige oder dunkelgrau/schwarz. Dorsum des Abdomenes mit dunklem Grätenmuster. Beine und Taster mit hellen Gelenkringen. Carapax dunkel mit orangenen oder gelb/goldenen Radiallinen. (In einigen Exemplaren ist der Carapax dicht behaart und verdeckt die Radialzeichnung) Sternum und Coxa schwarz. - allgemeine Färbung kann stark, abhängig der jeweiligen Farbvariante, variieren.
Fovea: tief, transversal
Spermathek: apikale Abschnitte nach innen gebogen, ohne apikalen Lobus (Figs. 127 , 128 , 129 ).
Bulbus: birnenförmig mit dünnem, mittig-gebeugtem, verlängertem, zugespitzten Embolus. Entlang des Embolus sind keine Kiele vorhanden (Fig. 122 , 123 , 124 ).
Körperlänge: Männchen ~40mm, Weibchen ~50mm

 

 

Pterinochilus simoni BERLAND, 1917
   
Verbreitungsgebiet von P. simoni BERLAND, 1917 Verbreitung: Angola, Angola/Cabinda Provinz und Dem. Rep. Kongo (ehemals Zaire)
Färbung: Beine, Taster und Abdomen kastanienbraun. Beine und Taster mit hellen Gelenkringen. Carapax und Trochanteroberseite hell gelb. Dorsum des Abdomenes mit dunklem Grätenmuster. Sternum und Coxa dunkelbraun.
Fovea: tief, transversal
Spermathek: mit runden/ovalen kleinen apiklen Lobus. Spermathekhauptkörper verlängert (Figs. 138 , 139 , 140 , 141 ).
Bulbus: birnenförmig mit gleichmäßig gebogenem, zugespitzten Embolus. Entlang des Embolus sind keine Kiele vorhanden (Figs. 131 , 132 , 133 , 134 , 135 ).
Körperlänge: Männchen ~35mm, Weibchen ~35mm

 

 

Pterinochilus vorax POCOCK, 1897 (Typusart)
   
Verbreitungsgebiet von P. vorax POCOCK, 1897
Verbreitung: Angola, Burundi, Dem. Rep. Kongo (ehemals Zaire), Ruanda und Tansania
Färbung: Beine und Taster braun mit hellgelben Gelenkringen. Carapax braun mit goldenen Radiallinien, diese jedoch oft fehlend oder sehr dünn. Dunkle "Maske" um den Augenhügel. Dorsum des Abdomenes braun mit dunklem Grätenmuster. Sternum und Coxa braun.
Fovea: transversal
Spermathek: mit runden/ovalen kleinen apiklen Lobus (Figs. 149 , 150 , 151 ).
Bulbus: birnenförmig mit gebeugtem, zugespitzten Embolus. Entlang des Embolus sind keine Kiele vorhanden (Figs. 143 , 144 , 145 , 146 ).
Körperlänge: Männchen ~30mm, Weibchen ~40mm


 

 

Wir schlagen hier, in Absprache mit Richard GALLON folgende Bezeichnungen für die verschiedenen Farbvarianten der Arten P. murinus und P. chordatus vor:

  • P. murinus TCF: typical colour form
    Benannt nach Färbung des Typustieres, verschiedene blasse Beigetöne, teilweise leichten Grünschimmer, längere Behaarung auf Beinen und Abdomen blass rosa.
  • P. murinus RCF: red colour form
    Lange und kurze Behaarung rot/orange, wurde anfangs als P. murinus "Usambara", später fälschlicherweise als P. mamillatus gehandelt.
  • P. murinus UMV: Usambara Mountains variant
    Vermutlich eine auch natürlich vorkommende Zwischenstufe von TCF und RCF. Etwas kräftiger, gelblich/orange, gefärbt als TCF.
  • P. murinus DCF: dark colour form
    Allgemein dunkelgrau, teilweise sogar schwarz gefärbt. Carapax gold/gelb mit dunklen radialen Streifen, diese allerdings nicht so stark ausgeprägt wie bei P. murinus TCF; Bisher nicht im Hobby anzutreffen. Die Zeichnung bleibt bei allen Farbvarianten ähnlich.

  • P. chordatus TCF: typical colour form
    Benannt nach Färbung des Typustieres, graue Zeichnung auf schwarzem Hintergrund, Radialstreifen auf Carapax gold oder silbrig schimmernd.
  • P. chordatus LCF: light colour form
    Zeichnung wie TCF, allerdings grundsätzlich helles grau/beige (ähnlich P. lugardi).
  • P. chordatus DCF: dark colour form
    Zeichnung deutlich dunkler als bei tcf, teilweise bis komplett schwarz ohne Zeichnung, bisher nicht im Hobby anzutreffen. Weiterhin sollte beachtet werden, dass die Helligkeit der Färbung auch vom Abstand der letzten Häutung abhängig ist. Evtl. sind die Übergänge zwischen den verschiedenen Varianten auch fließend. Die bisher im Hobby aufgetauchten Tiere lassen schon eine hohe Vielfalt an unterschiedlichen Färbungen erkennen.

 

 

Synonyme:
P. affinis TULLGREN, 1910 = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
P. brunellii CAPORIACCO, 1940 = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
P. carnivorus STRAND, 1917 = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
P. hindei HIRST, 1907 = P. murinus POCOCK, 1897
P. mamillatus STRAND, 1906 = P. murinus POCOCK, 1897
P. mutus STRAND, 1920 = P. simoni BERLAND, 1917
P. occidentalis STRAND, 1920 = P. simoni BERLAND, 1917
P. raptor STRAND, 1906 = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
P. sjostedti TULLGREN, 1910 = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
P. widenmanni STRAND, 1906 = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)

P. breyeri HEWITT, 1919 = Augacephalus breyeri (HEWITT, 1919)
P. constrictus STRAND, 1907 = Eucratoscelus constrictus (GERSTÄCKER, 1873)
P. crassispinus PURCELL, 1902 = Idiothele nigrofulva (POCOCK, 1898)
P. junodi SIMON, 1904 = Augacephalus junodi (SIMON, 1904)
P. meridionalis HIRST, 1907 = Ceratogyrus meridionalis HIRST, 1907
P. nigrofulvus POCOCK, 1898 = Idiothele nigrofulva (POCOCK, 1898)
P. schoenlandi POCOCK, 1900 = Trichognathella schoenlandi POCOCK, 1900
P. spinifer POCOCK, 1898 = Eucratoscelus constrictus (GERSTÄCKER, 1873)

Coelogenium raveni (SMITH, 1990) = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
Eucratoscelus
tenuitibialis
(SCHMIDT & GELLING, 2000) = P. lugardi POCOCK, 1900
Harpactira chordata GERSTÄCKER, 1873 = P. chordatus (GERSTÄCKER, 1873)
Harpactira elevata KARSCH, 1878 = P. murinus POCOCK, 1897
Idiothele pluridentatus (HEWITT, 1919) = P. lugardi POCOCK, 1900
Pterinochilides obenbergeri STRAND, 1920 = P. simoni BERLAND, 191

Pterinochilides STRAND, 1920 = Pterinochilus POCOCK, 1897

 

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